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Die Maifisch schwimmt

lippefaehre116. September 2015        Der Lippeverband hat die neue Lippefähre in den vergangenen Tagen in Flaesheim in den Fluss gehoben. Bis zur feierlichen Einweihung am Freitag, 25. September, um 15 Uhr werden nun noch die letzten Feinarbeiten an dem Boot sowie an den Ufern durchgeführt: Die Zuwegungen und Zäune erhalten gewissermaßen den letzten Schliff.

Mittlerweile hat sich eine Jury (bestehend aus Lippeverband, Stadt Haltern am See, Heimatverein Flaesheim und Halterner Zeitung) auf einen Namen für die Lippefähre geeinigt: Aus den vielen Vorschlägen aus der Bevölkerung hat es am Ende der Name „Maifisch“ geschafft.

Und diese seltene Fischart hat einen ganz besonderen Bezug zur Lippe in Haltern – denn um diesen Fisch wieder in dem Gewässer anzusiedeln, hat der Lippeverband im vergangenen Jahr eine Million Larven in die Lippe bei Haltern-Lippramsdorf entlassen. Die Besatzaktion fand im Juni 2014 in Kooperation zwischen dem Lippeverband und dem LIFE+-Projekt „Alosa alosa“ (lateinische Bezeichnung für Maifisch) der Europäischen Union statt. Im Rahmen des LIFE+-Programms der EU zur Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein-System und zum Schutz der Restbestände der Art im südfranzösischen Girondegebiet wurden junge Maifische in der Lippe und weiteren Rhein-Zuflüssen ausgewildert.

Der Maifisch zählt zu den heringsartigen Fischen, dringt jedoch anders als seine Verwandten und ähnlich wie der Lachs weit in die Flüsse vor, um sich dort an kiesigen Flussabschnitten fortzupflanzen. Während der Laichwanderung zwischen April und Juni war der Fisch einst eine begehrte Beute der Rheinfischer und die Fische wurden vor allem im Mai – hierher rührt der deutsche Name – in vielen Gasthäusern angeboten. Aufgrund der massiven Überfischung, der zunehmenden Wasserverschmutzung, des Baus unpassierbarer Wehranlagen und durch die Vernichtung von Lebensräumen verschwand die Fischart Anfang des 20. Jahrhunderts aus den Flüssen in ganz Deutschland. Restbestände überlebten nur in einigen Flüssen in Südwesteuropa, darunter Garonne und Dordogne in Frankreich.

Nun soll der Maifisch wieder die Lippe bevölkern – symbolisch macht es auch die neue Lippefähre mit dem gleichen Namen.

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