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Landschaftsagentur Plus unterzeichnen Vertrag über Ökokonten

caf7450a74Erstmalig hat der der Kreis Recklinghausen mit der Landschaftsagentur Plus GmbH einen Vertrag abgeschlossen, der das Management von Kompensations-maßnahmen und die Führung sogenannter Ökokonten regelt. Der Vertrag startet mit einem Gesamtvolumen von rund 215,0 ha im Kreisgebiet Recklinghausen. Die Partner versprechen sich davon zukünftig eine zielgerichtete Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Natur und Landschaft. Die Führung der Ökokonten wird gem. § 5a Abs. 1 Landschaftsgesetz (Ökokonto VO) geregelt. Unterzeichnet wurde der Vertrag von Nicole Büsing, der Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus, und von Cay Süverkrüp, dem Landrat des Kreises Recklinghausen am 3. Juni 2014 am Standort der Landschaftsagentur Plus auf Haus Vogelsang in Datteln-Ahsen.

Mit dem Vertrag sollen hochwertige und großräumige Naturschutzmaßnahmen durch zielgerichtete Investitionen geschaffen werden. Weiterhin dient er als Grundlage für verbindliche Qualitätsstandards für Ausgleichsmaßnahmen sowie einer Reduzierung des Verwaltungsaufwands. Durch den Ökokonto-Vertrag können künftig kleine Kompensationsmaßnahmen gebündelt und in eine gesamträumliche Landschaftsentwicklung eingebunden werden. Dies erhöht insgesamt die Effizienz der Naturschutzmaßnahmen. Unternehmen, die Ausgleichsflächen für geplante Baumaßnahmen suchen, können durch diese Kooperation mit dem Kreis Recklinghausen von der Landschaftsagentur Plus effizienter beraten und bedient werden.


Kompensationsbedarfe - die im Wesentlichen den Flächenverbrauch von Neubaumaßnahmen ausgleichen sollen - können so vorausschauend geplant werden und in ökologisch hochwertige und langfristig verfügbare Landschaftsräume vermittelt werden.

Um diese Ziele zu gewährleisten, erwirbt die Landschaftsagentur Plus - ein Gemeinschaftsunternehmen der HVG Grünflächenmanagement und der RAG Montan Immobilien - Flächen, schließt Gestattungsverträge mit Flächeneigen-tümern und führt Landtauschverfahren durch. Der Ausgleich erfolgt anschließend eingebunden in die übergeordnete Landschaftsplanung. Dadurch wird ein mehr oder weniger räumlich zufällig stattfindender Ausgleich minimiert und es können großräumige Naturräume als Ausgleichräume entstehen.

Beide Partner sind sich einig, dass sie damit Prozess- und Qualitätsstandards festlegen, den Verwaltungsaufwand reduzieren und mehr Transparenz für alle Beteiligten schaffen. Außerdem sollen künftig konkurrierende und andere wichtige Flächennutzungen (z.B. Landwirtschaft) stärker berücksichtigt werden.

Als Novum gilt, dass der größte Teil der Ökokonto-Flächen von der Landschaftsagentur Plus an Naturschutzstiftungen übertragen werden. Damit soll insbesondere die nachhaltige Entwicklung der Ausgleichsflächen langfristig sichergestellt werden.

Hintergrund: Für jeden Eingriff in Natur und Landschaft, wie er z.B. durch Baumaßnahmen verursacht wird, muss ein Ausgleich geschaffen werden, um ökologische Qualitäten zu erhalten. Verantwortlich für den Ausgleich sind die Bauträger selbst. Jedoch ist für viele Vorhabenträger die Beschaffung geeigneter Flächen, die Planung und Herstellung von Naturschutzmaßnahmen und die behördliche Abnahme ein schwieriges und zeitintensives Prozedere mit häufig nicht zufriedenstellenden naturschutzfachlichen Ergebnissen.
Die Landschaftsagentur Plus übernimmt diese komplexe Abwicklung für Bau- und Vorhabenträger. Dazu arbeitet sie im engen Dialog mit dem Kreis Recklinghausen und anderen Behörden, um die Entwicklung großräumiger arrondierter Kompensationsflächen voran zu treiben. Mit dem neuen Vertrag werden hierfür Standards im Hinblick auf die Landschaftsentwicklung, Kontrollen, Maßnahmenumsetzung sowie Pflege und Unterhaltung verbindlich festgelegt. Von diesen Qualitätsstandards profitieren auch die Vorhabenträger, indem ihre Kompensationsverpflichtungen sehr flächeneffizient umgesetzt werden können. Der Vertrag ist darüber hinaus ein wichtiger Meilenstein für das Regionale 2016- Zukunftsland Projekt "2Stromland", in dem es insbesondere um das Thema des nachhaltigen Flächenmanagements zwischen der Stever und der Lippe geht.
Die Landschaftsagentur Plus und der Kreis Recklinghausen sind Mitglieder in der Projektgruppe; auch hier wird der Vertrag bei einer effizienten Umsetzung eines interkommunalen Kompensationsmanagements der Städte Haltern am See, Datteln und Olfen wirksam unterstützen. Das Beispiel "2Stromland" zeigt bereits heute, dass ein überregionales und ganzheitlich gedachtes Kompensations-management einen Landschaftsraum wirkungsvoll befördern kann.

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